1 Transatlantische Mausefalle

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In diesem Fall, seinem ersten Mord, verhielt er sich noch sehr stümperhaft, und dass er damit Erfolg haben sollte, jedenfalls für den Anfang, schien allen, die davon erfuhren, ein wahres Wunder.

Die Geschichte begann damit, dass Harry Mann …

Nein, halt! Zu behaupten, diese Geschichte habe mit Harry Manns Taten oder Untaten begonnen, scheint mir beim besten Willen nicht richtig. Die letzten dramatischen Szenen in einer jahrelangen Kette von ebenso ungesetzlichen wie friedlichen Ereignissen waren es, in die er hineinstolperte und in denen er für kurze Zeit die gewalttätige Hauptrolle spielte: als Irrläufer zwischen den Fronten; viel zu zornig, um nicht gierig zu sein, und viel zu klug, um sich kaufen zu lassen.

Einzig aus seiner Sicht also – aber auf die sind wir angewiesen, solange alle anderen Überlebenden sich verstecken, schweigen oder lügen – begann die Geschichte an einem Freitagabend, dem letzten Freitag im August. Und sie begann in seinem abgedunkelten Berliner Zimmer mit einem leisen elektronischen Piepen.

Das Geräusch der Alarmuhr des Computers ließ Harry Mann zusammenzucken. Er hatte es nicht geschafft, mal wieder nicht geschafft, und heute würde es ihm auch nicht mehr gelingen. Soweit er wusste, ging draußen ein ungewöhnlich freundlicher Tag zu Ende. Mann hatte ihn hinter geschlossenen Jalousien verbracht. Die Sonne störte die flimmrigen Kreise, in denen sich seine Programmierkünste drehten. Er brauchte kein Licht; was er brauchte, war eine gute Idee. Vielleicht auch nur etwas mehr Grips oder etwas mehr Ahnung von dem, was er tat.