2.3

Nach einer zeitlosen Zeit hörten sie, wie der Jaguar in der Auffahrt wendete und davonfuhr. Gal löste sich von ihm.

„Später“, sagte sie nur, stieg aus ihrem schwarzen Schlüpfer, der in Wadenhöhe hing, warf ihn in die klobige Bodenvase mit dem Schachbrettmuster, die neben dem Esstisch stand, und zerrte ihren engen roten Rock mit weiten Hüftbewegungen wieder über die Schenkel. „Gib mir deine Telefonnummer, ja?“

Mann nickte, griff in die Innentasche seines Jacketts, zog seinen antiken Pelikan-Füller heraus und schaute sich suchend um. „Ich hab’ kein Papier …“

„Ich auch nicht.“ Gal verzog die Mundwinkel. „Für so was gibt’s Visitenkarten …“

Draußen im Flur ließ Kelling die Haustür ins Schloß fallen.

„Scheiße!“ Gal zog ihren Rock wieder drei Handbreit hoch. „Schreib’s mir hier auf’s Bein!“

Sie stellte ihren linken Fuß auf seine Stuhlkante, und er malte die sieben Zahlen knapp über dem Knie auf ihre Schenkel.

„Sie sollten“, sagte Gal dabei laut, „Frau Hexters Vorschlag noch einmal überdenken …“

Als sie sich wieder ihm gegenüber gesetzt hatte, musste sie plötzlich lachen. Sie hielt die Hand vor den Mund und zischte: „Mein Gott, du bist total verschmiert. Wisch dich ab! Deine Lippen, die Backe, rundrum!“

Er tat es, und sein Handrücken war rot von ihrem Lippenstift. Während Kelling eine weitere Flasche seiner klebrigen Spätlese öffnete, schmierte Mann die Farbe von den Händen an die Unterseite der Bauhaus-Stühle.

Die Kellings und ihr Gast soffen und quasselten weiter, als wären sie alte Freunde. In regelmäßigen Abständen gähnte Gal und schaute auf die Uhr. Ihr Ehemann ließ sich nicht beirren und goss unerbittlich nach.

Lange nach zwei Uhr hatte der Alte endlich genug geredet und genug in sich hineingeschüttet. Er wankte zur Toilette. Sie hörten ihn kotzen. Dann wurde es still.