2.4

Der große Bäng, das war Kellings Brief gewesen, die Antwort auf Manns Bewerbungsschreiben, das erste und einzige, das er losgeschickt hatte, lieblos und ohne Hoffnung und eigentlich nur, um sich Peters Lamento über seine Lebensuntüchtigkeit nicht länger anhören zu müssen. Und dann eben: Bäng, die Einladung zum Vorstellungsgespräch, gezeichnet Rudolf Kelling, darüber der edle Briefkopf: „Schlosser, Rulow & Co.“.

Die Treppen war er hoch gestürmt, Peter angerufen. Der hatte ihn gleich – „Vorschuss auf’n Erfolg, bald kannste selbst bezahlen!“ – zum Frühstück in die „Paris Bar“ eingeladen: „Nimm dir ‘n Taxi, aber lass dir ‘ne Quittung geben.“

Den halben Sieg hatte Peter schon als ganzen und den ganzen Sieg als persönlichen Triumph genommen. Sein Sieg. Zum zweiten Mal hatte er Harry Mann bekehrt. Erst Rote Garde, nun Karriere. Kader bleibt Kader, auch wenn er inzwischen eine gut gehende Kneipe besaß und einen schwarzen 500er Mercedes fuhr.

Immerhin, es war eine Chance. Vielleicht wirklich die letzte.

Und hätte er weniger Mut besessen, seiner Gier auf Gal zu folgen, wäre er noch feiger gewesen, als er es ohnehin schon war, so hätte wohl sein Leben endlich werden können, was es sollte: todsicher inklusive Kündigungsschutz und sterbenslangweilig. Ohne jede Aussicht auf Veränderung, wenn man einmal von der Möglichkeit einer Frührente absah.

Aber er: Rumsbums. Daneben. Vorbei. Tilt.

Jetzt lag er möglichst bewegungslos neben der schönsten Frau, mit der er je geschlafen hatte, und fühlte sich mies. So mies, wie schon die ganze Nacht.