2.4

Er starrte zum Fenster hinaus in den taghellen Morgenhimmel. Nach einer Ewigkeit war es sechs Uhr. Der SFB sendete Nachrichten. Im Gegensatz zu seinem Leben hatte sich seit gestern Abend in den Meldungen wenig geändert. Viel Lärm um ein paar lausige Millionen für ein paar graue Bonner Herren. Er hatte keine Ahnung, worum es dabei ging. Und er kannte niemanden, der sich auf dieses Tohuwabohu einen Reim machen konnte. Genaugenommen kannte er auch keinen, der sich dafür interessierte. Außer ihm selbst und Peter, wenn sie beide besoffen waren.

„Der niedersächsische Innenminister Paul Wineck bestritt vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, im fraglichen Zeitraum über die im Bundesanzeiger ausgewiesenen Beträge hinaus irgendwelche persönlichen oder zweckgebundenen Zuwendungen erhalten zu haben“, leierte der Nachrichtensprecher. „Wineck betonte auf Nachfrage, dies gelte auch für die Block-Vermögensverwaltung und insbesondere hinsichtlich des ,Verein zur Förderung grenzüberschreitenden Denkens‘, von dessen Existenz er offiziell erst vor wenigen Wochen erfahren habe.“

„Wer soll’n sowat fastehn“, murmelte Mann unwillkürlich in dem falschen Berliner Tonfall, der Peter zur zweiten Sprache geworden war. Szene-Slang, der mit echtem Berlinern soviel zu tun hatte wie falscher Hase mit einem Löffeltier.

Neben ihm rekelte sich Gal im Schlaf, und er, weil er nichts weniger wünschte, als dass sie jetzt aufwachte, lag da wie ein Toter, bis sie wieder gleichmäßig atmete.