2.5

„Ich hoffe, es hat Spaß gemacht?“ lamentierte Kelling mit einer Stimme, die zwischen Betrunkenheit und Kater, zwischen Geilheit und Eifersucht schwankte.

Der übliche Hang zu Vulgarität und Selbsterniedrigung, dachte Mann und spürte, wie seine guten Vorsätze zum Teufel gingen. Er hasste solche Situationen. Sie erinnerten ihn an seine Kindheit. Und er hasste seine Kindheit.

„Na, wie ist meine Alte?“ hakte Kelling nach. „Zufrieden?“

Mann gab sich einen Ruck und ging die Treppe hinunter. Die afrikanischen Kultgegenstände hatten die Nacht gut überstanden, besser als Kelling und er.

„Gerade noch jung genug“, sagte er, als er neben dem Alten war.

Er wollte raus, nichts als raus aus der Ehehölle namens Kelling. Wahrscheinlich wäre ihm der Abgang mit begrenztem Schaden geglückt, wenn in diesem Augenblick nicht oben auf dem Treppenabsatz Gal erschienen wäre.

Weiß und nackt und weich, wie ihre vier Jahrzehnte sie geschaffen hatten, sah die schöne Gallathea an diesem dunstigen Samstagmorgen aus wie ein verblichener Jugendstilakt, leicht unscharf und ziemlich blass.

Auf ihren Ehemann wirkte sie wie ein rotes Tuch.

„Verpiss dich, du miese Schlampe“, schrie er, grobe Stilrichtung sozialer Wohnungsbau.

Mann hatte die Haustür erreicht, als scharf neben seinem Kopf etwas gegen die Wand schlug und der Putz ihm in die Augen spritzte. Sekunden später gab es, ohne dass er die Reihenfolge zu sagen gewusst hätte, einen Schrei und ein dumpfes Geräusch. Aus unerfindlichen Gründen meinte er, dass ihn das etwas anginge.