2.6

„Verrückt ist anders …“, sagte Gal in seine Gedanken hinein. Ihre Stimme hatte immer noch keinen Ausdruck. Sie leierte die Worte weiter wie die einer fremden, unverständlichen Sprache: „Verrückt wäre es, die Gelegenheit vorbeigehen zu lassen.“

„Was ist das überhaupt für eine Abmachung zwischen Kelling und Hexter?“ fragte er.

Zu seiner Überraschung antwortete sie ihm, ohne zu zögern: „Du übernimmst in anderthalb Jahren seinen Job für zwei Drittel seines Anteils, er bekommt, gewissermaßen als Patent- und Vermittlungsgebühr, weiter das restliche Drittel.“

„Drei Drittel von was? Für was?“

„Keine Ahnung. Er“ – sie zuckte mit dem Kopf in die Richtung der Wand, vor der Kelling lag – „macht es, solange wir uns kennen. Kapital-Reimport nennt er es. Über’n Osten eben.“

„Wessen Geld?“

„Soll ich sein Nachfolger werden oder du?“ Allmählich kam sie in die Wirklichkeit ihrer Großschnauze zurück. „Ich habe ihn nie gefragt, wozu auch? Ich hätte es eh nicht verstanden.“

„Wie viel bekommt er dafür?“

„Zuletzt zehn pro Monat. Das war doppelt soviel wie ihm die Steuer von seinem Gehalt ließ.“ Sie lachte kurz, als erinnere sie sich an die Witze einer fernen Vergangenheit. „,Brutto gleich netto‘, sagte er immer.“

„Er lebt noch …“, sagte Mann.

„Nicht mehr lange!“ sagte sie.