2.7

Die Zeit des alten Mannes lief heute ab, und die Harry Manns begann. Mit einer Viertelmillion, die Gal ihm bot, brutto gleich netto. Ein neues Leben. Auf Kellings Kosten. Endlich eine Lebensversicherung, die ihrem Namen Ehre machte.

Mann wendete sich von dem Bündel am Boden ab. Einen Augenblick sah er hinaus in den Garten, wo der ovale Pool blau glänzte. Dann setzte er sich in einen der Bauhaus-Stühle und schob sich die Kopfhörer des Walkman über die Ohren. Der SFB brachte mal wieder Nachrichten. Bonn.

Mann schaltete die Kassette ein. Lennon/McCartney & Co. Er drückte den Autoreverse. „Hey, Joe“, der gute böse Hendrix. Auch schon lange begraben.

Gerne hätte Harry Mann es hinter sich gebracht, doch er musste warten. Kelling zappelte unermüdlich am Boden. Es schien so, als wollte er etwas sagen. Auf das Geseiere konnte Mann verzichten. Er sah sich um. Auf dem Tisch lag Schmuck und ein wenig Bargeld.

Unglaublich langsam wurde es Abend. Mann konnte sich nicht erinnern, jemals auf einen Sonnenuntergang gewartet zu haben. Es war eine Tortur, und es wäre das auch ohne das lebende Paket in seinem Rücken gewesen.

Gegen sieben klingelte das Telefon. Der Anrufbeantworter in der Halle schaltete sich ein. Mann lief hin und drehte laut: „Wir sind leider nicht zuhause…“, sagte die Stimme des Hausherrn vom Band. Der Anrufer legte auf.

Mann stand in der Halle auf dem grünen Velours, an der Stelle etwa, wo sein Opfer gelegen hatte, und betrachtete die geschnitzten afrikanischen Skulpturen. Sie interessierten ihn nicht sonderlich. Er sah die breite Treppe hinauf, die er heute morgen heruntergekommen war. Er dachte an das Kaufhausfell, auf dem er und Gal sich in der Nacht geliebt hatten. Und plötzlich fiel ihm ein, was er vergessen hatte.

Er lief hinauf in das Gästezimmer. Es war leer und aufgeräumt und frisch gesaugt. Gal hatte sorgfältig gearbeitet. Von seinem Füller keine Spur. Wenn er ihn hier verloren hatte, so musste sie ihn gefunden haben. Der Gedanke an ihre Gründlichkeit beruhigte ihn. Er ging wieder hinunter ins Erdgeschoß, durch die große Halle und in das Esszimmer, wo Kelling lag und stammelte.