2.7

Von irgendwo hinter den Bäumen kam das erste Licht.

Als er, ganz Sonntagsausflügler, den dunklen Flachbungalow Am Rehwinkel Numero sieben durch den Gartenausgang zum See verließ, hatte der Pool einen schmutzigen Glanz. In den Satteltaschen des Fahrrads steckten das Geld und die Schmuckstücke, die Gal ihm bereitgelegt hatte. Und ein paar andere Kleinigkeiten, die ihm gefielen. Abgang war überall.

Gallathea besuchte ihre Eltern. Den Garten schützten hohe Hecken und Schilfmatten vor den Blicken der Nachbarn. Rudolf Kelling, das Opfer brutaler Einbrecher, würde man frühestens am Montag finden.

Auf dem langen Rückweg durch den leeren Sonntagmorgen versuchte er, über diese wichtigste Tat seines Lebens nachzudenken.

So sehr er sich auch anstrengte, er wusste nicht, was er davon halten sollte.

Die Luft im Wald war kühl und frisch, der Tegeler See lag leer und blau und kalt und unbeweglich dar.

Was hatte er gespürt dabei, Gefühle irgendwelcher Art?

Nichts. Keine Gefühle. Und wenn, musste er sie fast schon vergessen haben.

Dies war ein Sonntagmorgen, wie er ihn fast zwei Jahrzehnte lang verschlafen hatte. Ein Sonntagmorgen aus seiner Kindheit, zu dem eigentlich ein Frühstück im Freien gehörte. Es war ein wunderbares Morgengrauen, an dem selbst die Vögel glücklich schrien.

Alles; das alles war ihm vertraut.

Immer wieder wunderte er sich nur über eins, über etwas, das er nicht verstand, eine unbekannte, fremde Leere: die Gleichgültigkeit, mit der er seinen ersten Menschen vom Leben zum Tode befördert hatte.