2 Gallatheas weiße Haut

Peter nahm die Schlüssel zu seinem Zweitwagen, einem silbergrauen Golf Cabrio, aus dem obersten Fach des Büroschranks und warf sie Harry Mann zu.

„Benimm dich anständig, Alter!“ sagte er und lächelte für einen Augenblick freundlich, „die Chance kommt nie wieder!“

„Keine Chance kommt je wieder. Dafür kommen andere.“

„An deiner Stelle hätte ich da mehr Zweifel,“ sagte Peter, viel zu ernst, und platschte durch den langen Flur zurück zu der stählernen Eingangstür.

„An meiner Stelle! Dass ich nicht lache!“ Jetzt war es Mann, dem das Lächeln verunglückte. „Du hättest dich von mir nie in so ’ne Situation quatschen lassen.“

„Was is’n an der Sache so fürchterlich?“ Peters Stimme klang wenig verständnisvoll. Die Probleme seines Freundes schienen ihn nicht recht zu berühren. Es war offensichtlich, dass er ihn möglichst schnell loswerden wollte.

„Mein Gott, stell dir doch nur mal die Gespräche vor!“

Mann wandte sich zum Gehen. Sicher hatte Peter in der Sauna nicht allein geschwitzt, und sicher wartete auf der Sonnenterrasse davor ein Stück Fleisch, das er seinem Freund ganz bestimmt nicht vorstellen wollte. Irgend so ein halbprofessionelles Dummchen, für das er sich schämte, eine seiner Kellnerinnen wahrscheinlich. Mann öffnete die Tür und trat hinaus in den Hausflur.

„Dumpfe Scheiße“, sagte er, und was er sagte, hallte durch den Aufgang, „den ganzen Abend lang. Und die Leute erst!“

„Sind doch vielleicht ganz nett …“

„Du kennst die Sorte nicht.“

„Sei nicht albern.“ Peter lächelte spöttisch. „Außerdem, was die Qualität meines Umgangs betrifft, wär’ ich mir nicht so sicher.“