3 Cash & Kill

Mann stiefelte die Treppe hoch und schloss seine leere Wohnung auf. Heute schien sie besonders leer. Vier Zimmer, ein kleiner grauer Kasten und kein Mensch. Mann ging in den Wohnraum zu seiner prähistorischen Stereoanlage, wie der Computer eins von Peters abgenutzten Stücken, und legte die Platte auf, die auf dem ungeordneten Stapel zuoberst lag. Sie hieß „Songs of a Room“ und entsprach seiner Stimmung überhaupt nicht. Er setzte sich aufs Sofa und hörte sie geduldig an.

Irgendetwas in seinem Kopf drehte sich leicht. Seine Gedanken waren cocktailbunt, aber es war kein einziger darunter, den er erkannte.

Als die Endabschaltung des Schallplattenspielers knackte, stand Mann wieder auf. Es war kurz vor drei. Er war nicht müde, und er wusste nichts mit sich anzufangen. Also nahm er ein heißes Bad.

Das rettete die Nacht danach auch nicht. Also betrank er sich aufs neue und schlief ein.

Das Telefon weckte ihn. Er schaltete das Licht neben dem Bett ein. Der Reisewecker zeigte kurz nach vier Uhr. Draußen, hinter den schwarzen Jalousien, war es halbwegs hell. Nachmittag somit.

„Bin gerade erst nach Hause gekommen. Wie läuft’s bei dir?“ Peters Stimme klang zufrieden.

„Hmmh.“

„Schläfste immer noch?“

„Hmmh.“

„Oh, sorry. Tut mir leid. Und deinen Füller hab’ ich auch nicht gefunden. Den musste woanders verloren haben.“

„Scheiße verdammte.“

„Na, so schlimm ist’s ja auch nicht. Verdienst ja jetzt bald Kohle, kannst dir selbst ‘n’ neuen kaufen.“

„Wenn er nicht im Wagen ist, kann er mir nur im Bus rausgerutscht sein, nachdem ich den Wagen bei dir abgestellt hab’ …“

„Mach nicht so’n Affenzeck darum. Oder ruf meinetwegen halt beim Fundbüro an. Die Stadt steckt voller ehrlicher Idioten.“

„Hmmh.“

„Junge, du bist mir zu gesprächig.“ Peters Stimme hatte ihre gute Laune verloren. „Schlaf weiter, ist echt das Beste, was du tun kannst.“