3 Cash & Kill

Peter hängte ein.

Mann wankte mit dem Telefon ins große Zimmer, verhedderte sich dabei in der zwanzig Meter langen Strippe, kramte die Telefonbücher aus dem Regal unter der Anlage vor, suchte die Nummer vom BVG-Fundbüro raus und meldete mit ziemlich belegter Stimme seine Ansprüche auf einen eventuell abgegebenen Pelikan-Füller an.

Die Frau am anderen Ende der Leitung notierte erst seine Adresse und machte ihm, als er Art und Wert seines Verlustes angegeben hatte, so wenig Hoffnung, dass Harry Mann sein kostbares Stück sofort verloren gab.

Wütend über das sinnlose Unterfangen, legte er auf, stellte das Telefon leise und begrub es unter einem Stapel Kissen, Kleidung und Bettzeug.

Als er das nächste Mal aufwachte, hatte er rasende Kopfschmerzen. Der Raum lag in trübem Licht, Dämmerung schien es zu sein. Die Zeiger der Uhr zeigten jedoch auf elf. Er stand auf, schob die Lamellen der Jalousie auseinander und starrte durch die Ritzen nach draußen.

Die Luft war diesig, es nieselte. Er zog die Jalousien hoch, ließ die Schnurbremse einrasten und öffnete das Fenster einen Spalt. Kalte Luft strömte herein und machte ihn frösteln. Die Temperatur musste um mindestens fünfzehn Grad gefallen sein. Schlagartig, ohne Übergang war der Sommer vorbeigegangen, und in Berlin begann wieder die Saison der ewigen Trübe. Regen, Dreck und Smog.

Es war deprimierend.

Alles.

Mann hatte keine Ahnung, was er tun sollte.

Über sechsundzwanzig Stunden hatte er geschlafen. Heute war der erste Dienstag im September. Der dritte Morgen, seit er Rudolf Kelling erschlagen hatte.