3.2

„Und?“

„Was und?“

„Ich meine, was hatten Sie für einen Eindruck von ihr?“

„Sie kocht wohl nicht gerne, aber ihre Wahl des Partyservice war hervorragend.“

„Mein lieber Mann …“, Lang lachte kurz auf, „… ich meine natürlich: mein lieber Herr Mann, womit habe ich es verdient, dass Sie auf meine Fragen so feindselig reagieren?“ Der Vorwurf passte nicht zu dem fröhlichen Ton, in dem er vorgetragen wurde. „Schließlich tue ich doch nur …“, Lang stockte unmerklich, „… wofür man mich bezahlt.“

Mann bewunderte, wie geschickt sein Gesprächspartner im letzten Augenblick das Wort „Pflicht“ vermieden hatte. Es handelte sich also um einen jüngeren Beamten. Nach dessen Stimme und Verhalten zu urteilen, schätzte Mann, waren Lang und er ungefähr gleichaltrig.

„Weil die Art und Weise“, gab er möglichst kühl zurück, „in der Sie Ihre vermeintlichen Pflichten erfüllen, nicht sonderlich höflich ist.“

„Ich muss am Tag ein Dutzend solcher Gespräche führen. Falls ich ein wenig zu ruppig geworden sein sollte, tut es mir leid“, sagte der Hauptkommissar, aber seine Stimme klang nicht im geringsten bedauernd.

Sie klang auch nicht verärgert. Eher, dachte Mann, klang sie leicht amüsiert.

„Wir werden Ihre Aussage in den nächsten Tagen, wenn wir wieder etwas Luft haben, zu Protokoll nehmen müssen“, fuhr Lang fort. „Sie haben nicht zufällig eine Reise vor?“

„Doch, das habe ich allerdings.“

„Wohin, wenn ich fragen darf?“

„Hamburg. Aber nur übers Wochenende.“

„Ich möchte Sie trotzdem um eine Adresse bitten, unter der wir Sie falls nötig erreichen können.“

Mann nannte ihm Wolfs Anschrift und gab ihm auch die Telefonnummer.