3.2

Er trottete zurück ins große Zimmer und warf sich aufs Sofa.

Dylan krächzte etwas von einem Wesen, an das er glaubte.

Kaum zu glauben, dachte Mann. Unruhig stand er auf und drehte die Musik etwas leiser. Er versuchte nachzudenken. Es fiel ihm nicht leicht, denn sein Grübeln wollte keinen Ansatzpunkt finden. Es wurde höchste Zeit, dass er etwas Ordnung in seinen Kopf brachte. Vor allem musste er sich eine klare Strategie ausdenken, damit er auf Komplikationen, die über ihn hereinbrechen könnten, richtig reagierte. Und Komplikationen gab es immer.

Er stand wieder auf und schaltete die Musik ganz aus. Dabei war der Gang der Ereignisse einfach und alles andere als kompliziert.

Eins: Er hatte Kelling ermordet. Was gab es darüber groß nachzudenken? Es war geschehen, und auch die Gründe lagen klar auf der Hand: Er hatte es getan, weil er sich allmählich zu alt fühlte für ein Leben, das aus Gelegenheitsjobs und aus Einschränkungen bestand; und weil er obendrein vollständig unfähig war, sich mit den Bedingungen abzufinden, unter denen man in diesem Land ein geregeltes Einkommen erhalten konnte. Also, des Geldes wegen hatte er Kelling erschlagen. Punktum.

Ja, und natürlich nicht zu vergessen, weil er ausgerechnet an diesem Tag Gallathea kennengelernt hatte – eine Kombination von Umständen, von der noch nicht ausgemacht war, ob sie günstig oder ungünstig gewesen war. Man würde sehen. Erledigt.

Harry Mann stand auf und ging in die Küche. Ein Schluck Champagner würde seiner Denkfähigkeit nicht schaden. Er öffnete die Flasche Veuve, es machte überraschend wenig Mühe, und er bereute im selben Augenblick, da der Korken mit einem leisen Plopp in seine Hand sprang, dass er nicht zwei Flaschen gekauft hatte. In Ermangelung eines Sektkelchs in seinem Haushalt nahm er ein Weinglas aus dem weißen Hängeregal über der Spüle, goss es halb voll und stellte den Rest Champagner zurück in den Kühlschrank. Das Glas trug er ins große Zimmer und ließ sich wieder auf das Sofa fallen.