3.3

Fünf Minuten später saß er angezogen wieder vor dem kleinen grauen Kasten und arbeitete an dem Programm, mit dem er die Computerisierung von „Schlosser, Rulow & Co.“ hatte organisieren wollen: ein vernetztes Multi-User-System mit zwei Dutzend Teilnehmern und verschiedenen Zugangslevels, von einer passiven Benutzerebene über Passwort-geschützte Stufen in Lager und Sekretariat bis zu den gesicherten Kunden-, Auftrags- und Buchhaltungsdateien, zu denen nur wenige Mitarbeiter aktiven Zugang haben sollten. Für jedes Level war ein den Benutzer-Bedürfnissen angemessenes Interface zu kreieren, die aktuelle Speicherung sollte auf einer zentralen 160MB-Festplatte erfolgen, die Daten der vergangenen zehn Jahre wären auf einer Worm-CD erfasst worden. Und über all dem hätte Harry Mann als G.O.D. gethront, als gottgleicher „Guardian of Data“, allmächtiger Wächter über den banalen Datenschatz.

Pustekuchen. Diese Zukunft hatte er sich in Kellings Gästebett wegblasen lassen.

Wenn er trotzdem weiterarbeitete, dann weil es ihn in seiner unglücklichen Computerliebe wurmte, auf halbem Wege steckengeblieben zu sein. Zudem konnten Vorleistungen dieser Art seine Position in den bevorstehenden Verhandlungen über eine Abfindung nur verbessern.

Zeit totschlagen wollte er aber vor allem, sich beschäftigen, seine Gedanken kontrollieren. Noch volle zwei Tage hatten zu vergehen, bis er Gal endlich wiedersehen würde, sie wieder in seinen Armen halten, ihren Körper spüren …

Es war, wie es sein sollte: Der kleine graue Kasten brachte die Stunden in Windeseile zum Verschwinden.