3.5

Leicht verklebt und syphig lag Berlin unter dem rechten Flügel des „Pan Am“-Airbus, der vergessenen Stadtlandschaft einer Modelleisenbahn gleich, deren Erbauer längst erwachsen geworden waren. Die Luft war trübe und diesig. Als sie tiefer gingen, konnte man erkennen, wie sich das schmale Band des Todesstreifens durch die Spielzeughäuser zog.

Kurz vor Tegel riss der Pilot die Maschine steil herunter und knallte sie so abrupt auf die Landepiste, als setze er auf einem Flugzeugträger auf. Vietnam ließ grüßen. Der Zubringer blieb ihnen dafür erspart. Der Airbus rollte auf die Betonfront des Flughafengebäudes zu und dockte an eine der wenigen Landezungen an. Harry Mann hatte nur Handgepäck und passierte ein paar Minuten später die Abfertigung.

Die Uhr in dem halbrunden Schlauch der Empfangshalle zeigte kurz nach fünf. Vier Stunden noch. Auf dem Weg zu dem blauen City-Express, der ihn zum Bahnhof Zoo bringen würde, legte er einen Zwischenstopp bei den Toiletten ein.

Direkt hinter ihm betrat ein beleibter älterer Herr in einem arg zerknitterten grauen Anzug den Raum und stellte sich, ohne Mann eines Blickes zu würdigen, an das entfernteste Becken. Sein einziges Gepäck war eine abgeschabte lederne Aktentasche. Sie schien von der Sorte zu sein, deren Dokumente meist in Butterbrotpapier eingewickelt sind. Riesige Schweißperlen glänzten auf seinem Gesicht. Unter den linken Arm hatte er eine „International Herald Tribune“ geklemmt, mit der freien Hand wühlte er angestrengt in seinem Hosenschlitz und begann schnaufend zu pinkeln.