3.5

Gal musste ihr zumindest von der Verabredung erzählt haben. Er war zu sorglos gewesen. Auf die Idee, dass Gal ihn hereinlegen könnte, war er nicht gekommen. Aber was in Gottes Namen hatte Gal dazu gebracht, ausgerechnet Irene Hexter ihr Herz auszuschütten?

„Sie wollen nicht wissen, warum wir unsere Stadtrundfahrt machen?“

Harry Mann war so in Gedanken vertieft, dass er regelrecht zusammenzuckte. „Sie werden’s mir verraten,“ sagte er so ruhig wie möglich.

„Dann müssen wir uns beeilen. Sven und ich fliegen in einer Stunde. Also, wie ich schon sagte, ich werde erpresst. Die liebe Gallathea wird Ihnen erzählen, sie wisse einen Weg, wie Sie zu Ihrem Geld kommen könnten. Sie wird behaupten, über Namen und Zahlen aus dem Nachlass ihres verblichenen Gatten zu verfügen, Informationen über gewisse illegale Transaktionen. Und eine reiche alte Frau wie ich werde gerne einen Haufen Geld zahlen, damit diese Informationen nicht in die falschen Hände gerieten. Sie, mein Lieber, bräuchten das kleine Vermögen nur bei mir abzuholen und mit der reizenden Gal zu teilen.“

„Und?“ fragte er und dachte: Wie viel ist wahr davon?

Er freute sich auf Gal. Er sehnte sich nach ihrem Körper. Ja, vielleicht erpresste sie Irene Hexter. Weil es nicht anders ging. Aber sie würde nicht versuchen, ihn reinzulegen. Es wäre verrückt. Und unnötig. Mal abgesehen davon, dass sie sich liebten.

„Hotel Kempinski, Zimmer 511, heute Abend, gegen elf Uhr“, sagte Irene Hexter, „diesen Termin wird Gallathea Ihnen nennen.“

Langsam fand die Alte zu dem Beruf, der zu ihrem Aussehen passte: Kartenschlagen und Wahrsagen.