3.5

„Das Geld ist das geringste Problem“, hatte Gal gesagt, an dem Samstagmorgen, nachdem er Kelling gefesselt und geknebelt und in die Abstellkammer hinter der Küche gesperrt hatte, „ich habe es und werde es auslegen und dann von der Versicherung doppelt wiederbekommen.“

Wenn es stimmte, was Irene Hexter behauptete, hatte Gal ihn belogen. Das Treffen war ihr Vorschlag gewesen. Nur sie wusste, dass er heute von Hamburg nach Berlin gekommen war. Was immer passieren würde, sie hatte es wahrscheinlich von Anfang an so geplant. Sie benutzte ihn.

„Heute Abend elf Uhr? Ich denke, Sie reisen ab?“ fragte er, nur um überhaupt etwas zu fragen.

„Wir bleiben nicht lange. Um Viertel nach zehn landen wir wieder in Berlin.“

„Und?“ fragte er.

„Das ist so gut wie alles“, sagte Irene Hexter. „Wenn Sie zum verabredeten Termin auftauchen und versuchen, das Geld zu kassieren, wird Sven Sie beseitigen.“

Der gelbhaarige Jüngling auf dem Vordersitz drehte sich bestätigend um. Er strahlte über das ganze weiße Gesicht. Das war mal einer, dem seine Arbeit Spaß machte.

„Was schlagen Sie vor?“

„Dass Sie sich Ihren gutdotierten Job verdienen“, antwortete Irene Hexter. „Dass Sie Gallathea Kelling ins Jenseits befördern.“

„Mord?“ sagte er. „Ich soll einen Mord begehen für lausige zehntausend?“

„Nun, es wäre ja nicht Ihr erster. Und Übung macht bekanntlich den Meister. Aber selbstverständlich erhalten Sie von mir einen Bonus. Hunderttausend.“

„Fünfhunderttausend!“

„Ich glaube nicht, dass Ihnen Gallathea soviel zahlen wollte. Aber wie viel auch immer, der Unterschied zwischen ihrem und meinem Angebot ist, dass ich meine Versprechen halte. Also, hunderttausend. Keine Verhandlungsmasse.“

Mann verzog den Mund und nickte. „Einverstanden.“