3.5

„Sehr vernünftig.“ Zufrieden sah die Alte allerdings immer noch nicht aus. „Wo sollen wir Sie absetzen?“ fragte sie.

„Kadewe.“

„Du hast gehört, Sven. Und dann zurück zum Kempinski“, befahl Irene Hexter dem Punkie und sah mal wieder hinaus in den Regen.

Sven bog am Kleistpark rechts in die Grunewaldstraße und bald darauf rechts in die Martin-Luther-Straße. Es war kurz nach halb sechs, und der Verkehr sehr dicht. Es dauerte fast eine Viertelstunde, bis der Jaguar in der Tauentzien hielt.

Zum Abschied gab Irene Hexter ihm ihre lederne Hand: „Bis nachher. Ich erwarte Sie.“

Harry Mann stieg aus und schlug die Tür zu. Es nieselte inzwischen schwächer. Die Alte ließ das Seitenfenster einen Spalt heruntersummen.

„Ach“, sagte sie, und ihr zerknittertes Gesicht sah dabei einen Augenblick ehrlich betrübt aus, „ich muss leider Berlin morgen früh mit der ersten Maschine wieder verlassen. Damit wir also unsere kleine Transaktion heute Abend vollständig abwickeln können, benötige ich einen Beweis Ihrer Zuverlässigkeit, das werden Sie verstehen, nicht wahr?“

Mann nickte. „Und der wäre?“

Irene Hexters Augen bekamen einen leeren, versonnenen Ausdruck. Ihr Blick war auf einen Punkt gerichtet, den Harry Manns Rücken verbarg.

„Ein Ohr der schönen Gallathea“, sagte sie leise. Dann wendete sie ihren Kopf in Richtung des Punkie. Der Jaguar fuhr an.

Mann sah, wie die Alte ihm hinter den getönten Scheiben kurz zuwinkte. Er drehte sich um und trat durch die goldenen Flügeltüren ins Kadewe. Diesmal nahm er nicht wie sonst den Expressfahrstuhl, sondern die Rolltreppe.

Auf dem Weg zur Feinschmeckeretage im sechsten Stock machte er im fünften halt und erstand in der Haushaltswarenabteilung zwei mittelgroße Fleischmesser.