3.5

Mann ließ sich Zeit. Der Alte neben ihm schnaufte ein helles, fast piepsiges Schnaufen. Das Pinkeln schien ihm beachtliche Erleichterung zu bereiten. Als er fertig war, schüttelte er mit der rechten Hand so vehement, dass man Angst haben musste, er könne sich den morschen Ast abbrechen. Sein Gesicht war noch schweißroter geworden. Endlich fiel die Tür hinter ihm zu.

Harry Mann knöpfte gerade mühevoll seine schöne, aber ziemlich unpraktische 501er-Jeans zu, als die Tür sich wieder öffnete. Kurz darauf fühlte er etwas in seinem Rücken. Er sagte: „Eh, was soll das“, und drehte sich halb um.

Hinter ihm stand Irene Hexters pissgelber Chauffeur. Er trug noch immer dasselbe Outfit. Vielleicht, dachte Mann im ersten Schrecken, hatte er es zwischendurch in die Reinigung gegeben. Blitzblank war auf jeden Fall die winzige Pistole, mit der der Punkie herumfuchtelte. Sein Anliegen klang so überzeugend, wie es in besseren Zeiten die Argumente eines Staubsaugervertreters gewesen sein müssen. Allerdings wartete er gar nicht erst ab, ob es ihm gelingen würde, sein Opfer zu überreden. Was er in seinem skandinavischen Lispel-Englisch von sich gab, war eindeutig ein Befehl. Mann zog es vor, ihm nicht zu widersprechen, und er verzichtete darauf, sich die Hände zu waschen.

Als sie die Toilette verließen, saß auf der Plastikbank gegenüber der beleibte ältere Herr, das Gesicht noch immer feuerrot, und las seine „Herald Tribune“. Im Rund der Empfangshalle drängelten sich die Menschen. Keiner sah den anderen an. Keiner vor allem sah die ausgebeulte Jackettasche des Punkie. In weiter Ferne patrouillierten grün uniformierte Jünglinge mit Maschinenpistolen.