3.5

„Nachfolger für was?“ fragte er und hoffte, dass die Alte ihm die Erleichterung nicht anmerkte.

„Für fünftausend netto im Monat.“

Irene Hexter betonte die Zahl, als sei sie fast zu groß, um ausgesprochen zu werden.

„Gab’s da nicht einmal doppelt soviel?“ Automatisch war sein spezielles Irene-Hexter-Grinsen zurückgekehrt. Die Alte war ziemlich schlecht im Drücken von Preisen. Aber vielleicht interessierten sie Beträge dieser Größenordnung nicht sonderlich.

„Ja, Gallathea …“ Es schien fast, als freute sich die Hexter über seinen kleinen Sieg.

„Also zehn“, sagte er. „Und was müsste ich dafür machen?“

„Einen Koffer mit Bargeld zustellen, von Ost nach West. Einmal im Monat.“

„Und wie?“

„Na, wie bisher … Es sei denn, es fällt Ihnen was Besseres ein. Lassen Sie Ihrer Phantasie ruhig freien Lauf.“

„So oder so, jeder, der versucht, Kellings Nachfolge anzutreten, läuft ins offene Messer“, sagte Mann. Und genauso meinte er es auch. Da mitzumachen, war er nicht verrückt genug. Mit tödlicher Sicherheit würden die Bullen über Kellings Leben und Werk herfallen wie ein Haufen Hyänen über ein Mausoleum.

„Ach.“ Irene Hexter machte eine wegwerfende Handbewegung. „Noch ein paar Monate und alles ist vorbei und vergessen. Die kommen und suchen doch nicht zweimal im selben Laden. ,Schlosser & Co.‘ wird bald sicherer sein, als eine neue Unternehmung es wäre.“

Er antwortete ihr nicht. Mit dieser Art, über drei Ecken zu tüfteln, erlitt man so gut wie immer Schiffbruch. Weil nämlich – außer beim Schach – zwischen Großmeistern die Gegenspieler nie so kompliziert zogen, wie die großen Pläneschmieder es vorgeplant hatten.

„Sie machen mit?“ fragte Irene Hexter nach einer langen Minute.