3.7

„Manieren sind das gegenüber einem zuverlässigen Geschäftsfreund“, sagte er, deutete auf die Pistole in Svens Hand und hielt der Alten das Alu-Päckchen mit dem lauwarmen Döner Kebab hin. „Statt Blumen.“

„Gut!“ sagte sie, machte aber keinerlei Anstalten, ihm das Mitbringsel abzunehmen.

„Sie sagten mir nicht, welches Ohr Sie wollten.“ Er setzte wieder sein traditionelles Irene-Hexter-Grinsen auf. „Ich habe mir deshalb erlaubt, beide zu liefern. Hoffentlich war das nicht zu eigenmächtig?“

Die Alte sah ihn an, als kämen ihr Zweifel, ob sie ihn richtig eingeschätzt hatte. Ihr hageres Gesicht schien noch um einige Falten zerknitterter.

„Das Verfahren war notwendig, aber es bietet nicht den rechten Anlass für Ihre schlechten Witze“, sagte sie streng und wie zum Beweis, dass ihr Tun einer, wenn auch eigentümlichen Moral folgte. „Geben Sie die …, geben Sie es Sven, er wird es sich … ansehen.“

Mann zog die Hand mit dem Päckchen zurück. „Nur gegen bar!“

Irene Hexter drehte sich wortlos um und ging zu einem weinroten Attaché-Case, das auf dem Tisch vor dem großen Balkonfenster stand, öffnete das Zahlenschloss und nahm einen wattierten Umschlag im Din-A4-Format heraus.

„Gallathea war es übrigens“, sagte sie dabei mit dem Rücken zu Mann, „die Kelling damals für uns angeworben hat. Ohne ihr kräftiges Zureden hätte der biedere Kerl sich nie auf eine solche Sache eingelassen …“

„Warum erzählen Sie mir das?“ fragte Mann, doch Irene Hexter schien ihn nicht zu hören. Sie wandte sich um und blickte ihm drohend in die Augen.

„Leider will Gallathea jetzt mehr, als ihr zusteht.“

„Wollte!“ korrigierte er sie.

„Ja, wollte …“, wiederholte Irene Hexter langsam.