3.7

Während sie sprach, öffnete sie den Umschlag und hielt ihn ihm hin, so dass er das schmale Bündel Hundertmarkscheine sehen konnte. Unglaublich, wie wenig Masse so eine Masse Geld hatte.

„Geben Sie nun bitte Sven das Päckchen.“

Er tat es, und gerade als er dachte, dass dies eine gottverdammte Scheißgelegenheit für weibliche Unpünktlichkeit war, klopfte es an der Tür zur Suite.

Irene Hexter sagte irgend etwas zu ihrem Punkie auf Dänisch. Es klang wie „Smörebrödröftatata“.

Sven verließ den Raum mit dem Kebab-Päckchen in der Hand und schloss die Tür hinter sich. Kein Geräusch drang herein.

Harry Mann starb tausend Tode. Seine Hände waren so feucht wie sein Mund trocken.

„Warum ich Ihnen das erzähle?“ fuhr Irene Hexter mit leiserer Stimme fort. „Weil die Moral von dieser Geschichte unsere künftige Zusammenarbeit erleichtern wird. Es wird Sie gewiss davon abhalten, dem Vorbild Ihrer toten Freundin zu folgen.“

Er nickte und dachte: Komm, komm, schnell, jetzt! Seine Hand tastete zu dem Messer in der rechten Manteltasche.

Während die alte Frau an dem Umschlag mit den hundert Banknoten herumfummelte, um ihn wieder zu schließen, hörte er es endlich draußen sprechen. Sven.

Dann eine weibliche Stimme. Gal.

Mechanisch nickte Harry Mann ein zweites Mal und hackte die Klinge des gelben Fleischmessers durch die faltige Hautpartie unterhalb von Irene Hexters spitzem Kinn.

Die Alte ließ das Päckchen fallen. Sie hob die Hände zu hilfloser Abwehr. Ihr hageres, böses Gesicht schaute auf, zur Tür, hinter der Sven verschwunden war, weg von dem Mann, der sie getötet hatte; in unendlicher Überraschung. Die Bewegung ihrer Hände gefror in Brusthöhe.