3 Cash & Kill

In dieser Zeit war Peter auf eine etwas undurchsichtige Weise, die sein Freund ihm bis heute nicht erklärt hatte, zu Geld gekommen, zu einer ganzen Menge Geld. Mann vermutete irgendeine Drogengeschichte. Erst hatte Peter sich diesen Eigentumspalast zugelegt; vor zwei Jahren dann hatte er sein Lädchen verhökert und das „Vaterland“ erworben. Seitdem gehörte er auch offiziell zu den Großverdienern. Die Kneipe bereitete wenig Mühe, brachte einiges ein und rechtfertigte so seinen Lebensstandard vor der Welt und ihren Ordnungshütern.

Harry Mann, der inzwischen sein Staatsexamen so knapp wie nur möglich bestanden und sich schnell in die Dauerarbeitslosigkeit gefügt hatte, wurde von seinem Freund zum Aushilfs-Verwalter befördert. Schlecht bezahlt durfte er sich stellvertretend mit der Bürokratie herumschlagen, während Peter sich fast über Nacht zu einem schnieken Edel-Typen wandelte, der kostümiert als Rock‘n’Roll-Unternehmer, inklusive der unvermeidlichen Ray-Ban-Sonnenbrillen, in einem spoilerbewehrten schwarzen 500 SEC durch Restberlin zu rollen pflegte – wenn er nicht gerade irgendwo im Süden weilte, was ein gutes halbes Dutzend Mal im Jahr der Fall war.

Peter Talmer als Petronius Lebemann, von Kopf bis Fuß absolut modern.

Seine jüngste Leidenschaft waren bonbonbunte Cocktails, mit deren Hilfe er bereits über weite Teile von Manns Erinnerung an diesen Kneipen-Trip einen regenbogenfarbenen Schleier gelegt hatte.

Nach ein paar Minuten lenkte Harry Mann ein. „Also, was soll der Scheiß …?“

„Ich meine ,iih‘, weil, es heißt Mafiosiih …“

„Saublöd.“ Mann beschloss, seinen Magen nicht länger mit schalgeschüttelten Gimlets zu ruinieren, und bestellte zur Abwechslung einen Metaxa.

Sie schwiegen sich eine weitere Runde an.