4.2

Was sie vor einer Woche in dem Neon-Schuppen am Ku’damm vergeblich versucht hatten, gelang ihnen diesmal, als sie durch die letzten der alten dunklen verrauchten Läden zogen und ihren Techniken im Aufreißen eine neue Chance gaben, überraschend mühelos. In einer holzgetäfelten Kneipe in der Nähe des Bayrischen Viertels, wo noch verstaubte Kerzen in wachsüberzogenen Flaschen auf den Tischen standen und Cat Stevens und Joan Baez gespielt wurden, kamen sie bald zur Sache.

Peter quatschte eine hünenhafte Blondine mit etwas beschädigtem Gesicht und viel Körper an. Als Mann das nächste Mal hinsah, fummelten die beiden bereits aneinander herum, und eine halbe Stunde später bestellten sie das Taxi.

Alles in allem, je älter die Beteiligten wurden, desto schneller und problemloser ging es. Wenn man sich auf nichts einließ jedenfalls.

Die Freundin der Blonden hieß Kati Sell, war Ende Dreißig und trug ihren Schädel fast kahlgeschoren. Angezogen war sie, als hätte sie den Kleiderschrank ihres Bruders geplündert. Und der musste bereits im Vietnamkrieg gefallen sein. Kati steckte in schwarzen Fliegerstiefeln, einer weißen Paradeuniformhose mit schwarzen Seitenstreifen, einem schwarzen Sport-T-Shirt mit dem Aufdruck „L.A.-Raiders“ sowie einer schwarzen Jeansjacke. Das Ganze plus verspiegelte und vermutlich schlagfeste Sonnenbrille. Auf Nachfrage tat sie so, als müsse jeder ihren Aufzug normal finden, trank nur Mineralwasser und behauptete, irgend etwas Sozialwissenschaftliches an irgendeiner Volkshochschule zu unterrichten. Vor allem aber leistete sie entschieden mehr Widerstand.

Erst als die Kneipe gegen vier dichtmachte, gingen sie beide zu ihr.