4.2

„Und wie!“ sagte er. „Vor allem, was das für ein tolles Gefühl gewesen ist, als du deine Mutter erschlagen hast und deinen Vater defloriert.“

Er stand auf, ließ seinen Kaffee stehen und ging hinunter duschen.

Es war Dienstagmorgen. Vier Tage waren seit seinem Auftritt im Kempinski vergangen, und er hatte sich nicht mal die Mühe gemacht, eine Zeitung zu kaufen. Er stand in dem gläsernen Duschkäfig, ließ das heiße Wasser seine Haut rot brennen und hatte das Gefühl, zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder normal zu sein.

Wer auch immer an dem Abend bei Kelling in seine Haut geschlüpft war, er hatte sich aus dem Staub gemacht, als er Kati kennenlernte. Bei ihr war Harry Mann wieder er selbst, das war seine Art von Leben, und er tat es für die Wärme in der Nacht und für die Sehnsucht nach nichts.

Als er aus dem Bad kam und, auf der Suche nach seinen Kleidern, ins Schlafzimmer ging, lag Kati auf dem Bett, in dieser seltsam hingegossenen Art. Sie hatte sich angezogen, allerdings nicht zum Ausgehen.

Eine rosenrote schmetterlingsförmige und verspiegelte Sonnenbrille trug sie jetzt, einen roten Schal, einen schwarzen Hüftgürtel, schwarze Netzstrümpfe und spitze rote Pumps. Restlos gaga. Er war ziemlich sprachlos.

„Ich habe Anfang der Woche keine Termine“, sagte sie. „Dafür arbeite ich Freitag und Samstag.“

„Stoßgeschäft am Wochenende?“

Sie nickte.