4.3

Kurz vor vier wachten sie wieder auf, beide fast gleichzeitig. Kati fuhr ihn mit ihrem klapprigen, frühlingsgrünen R4 zu Hause vorbei. Er nahm die Post aus dem Briefkasten und stieg die vier Treppen hinauf.

Als er die Tür aufschloss, erinnerte er sich mit Grausen an die Arbeit, die er sich für heute vorgenommen hatte. Es war an der Zeit, Peters Buchführung zwecks möglichst legalen Steuerbetrugs persönlich zu ergänzen. Also rief er erst in Peters Wohnung an und dann, als keiner abnahm, im „Vaterland“. Dort wussten sie auch nicht, wo sein Freund steckte. Mann beschloss kurzerhand, den Papierkrieg erst in ein paar Tagen zu eröffnen.

Das war geschafft. Doch was sollte er tun?

Ein paar Minuten lief er unschlüssig im großen Zimmer auf und ab. Dann setzte er sich in den braunen Cordsessel am Fenster und beobachtete durch das Fernglas die Straße hinter dem Spielplatz.

Nichts passierte, das ihn interessiert hätte.

Harry Mann ging hinüber in sein Arbeitszimmer und schaltete den Computer ein. Ein paar Runden mit seinem Lieblingsspiel „Letter Invaders“ würden ihn ablenken.

Über dreißigtausend Punkte hatte er bereits gemacht, immer schneller sausten die verrückten Worte auf das Reich der Sprache herab und suchten es zu verderben; immer mehr wurden von ihm, dem Rechtschreib-Verteidiger, abgeschossen, immer mehr aber der elektronischen Kamikazekommandos kamen auch durch, als endlich das Telefon im großen Zimmer klingelte.

Mann war froh, mit jemandem sprechen zu können. Er tippte auf Peter. Doch statt angelerntem Berlinern hörte er eine piepsige Männerstimme mit schwerem Akzent. Amerikaner vermutlich.