4.3

„Herr Mann?“

„Wer ist dran?“

„Sind Sie allein?“

„Mit wem spreche ich?“

„Ich müsste sicher sein, dass niemand unserem Gespräch folgen kann …“

Harry Mann wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Der Typ am anderen Ende der Leitung klang wie ein Verrückter. Doch seine Langeweile und wohl auch irgend etwas in der Stimme des Anrufers hinderten ihn daran, sofort aufzulegen.

„Wer sind Sie …“, setzte er an.

„In Ihrem eigenen Interesse: Unser Gespräch sollte vertraulich bleiben …“

Was zuviel war, war zuviel. Mann knallte den Hörer auf.

Ein paar Sekunden später klingelte es erneut. Er hob wieder ab.

„Also?“ fragte er drohend.

„Also was?“ fragte eine weibliche Stimme zurück.

Er brauchte eine Zehntelsekunde, bis er sie erkannte. Am Telefon hörten sich neue Frauen immer so fremd an. Es war Kati.

„Nichts“, sagte er, „ich dachte, es wäre jemand anders.“

„Und?“

„Und nichts.“

„Sehr freundlich.“ Ihre Stimme klang reserviert.

„Komm“, sagte er, „sei nicht verschnupft!“

„Warum nicht?“

„Weil’s anders mehr Spaß macht. Was gibt’s denn?“

„Ich wollte eigentlich nur mal sehen, ob die Telefonnummer, die du mir gegeben hast, auch stimmt.“

„Was für ‘ne Idee. Natürlich stimmt die.“

„Schon. Aber ich hätte nicht anrufen sollen. Männer sind halt ein konservatives Volk, die ham’s lieber, wenn sie das Tempo selbst bestimmen. Einer wie der andere. Zum Kotzen.“