4.3

Kati legte auf. Mann war erleichtert. Sie hatte gespürt, dass sie ihm zu dicht auf die Pelle rückte. Er überlegte noch, ob er sie zurückrufen und sich entschuldigen sollte, als das Telefon schon wieder ging. Diesmal war er vorsichtiger. Er hob ab und sagte gar nichts.

„Sie kennen mich nicht“, begann die Stimme mit dem amerikanischen Akzent ein wenig hastig. „Würde ich Ihnen meinen Namen nennen, wären Sie genauso klug wie vorher. Er bedeutet Ihnen nichts.“

„Aber es wäre immerhin eine nette Geste. So zivilisiert.“

„Vergessen Sie’s.“

Die Stimme sprach jetzt selbstsicherer. Wer immer am anderen Ende der Leitung war, er hatte gemerkt, dass sein Gesprächspartner nicht gleich wieder auflegen würde; dass er zuhören würde.

Mann ärgerte sich. „Besser vielleicht, Sie vergessen meine Nummer.“

„Ich möchte mit Ihnen reden“, sagte der Anrufer, „über zwei bedauerliche Ereignisse, die sich während der vergangenen Tage in unserer schönen Stadt zugetragen haben und in die Sie in höchst unangenehmer Weise verwickelt sind.“

Ein Schmierenkomödiant. Der große Unbekannte, die mysteriöse, namenlose „Stimme“! Mann schüttelte unwillkürlich den Kopf. Der Kerl verhielt sich, wie der kleine Fritz sich Bösewichter vorstellte, zumal Bösewichter mit amerikanischem Akzent.

Andererseits, wenn Mann an die Ereignisse dachte, die in den vergangenen Wochen über sein Leben hereingebrochen waren, konnte er nichts mehr für unmöglich halten. Was also, wenn der Anrufer wirklich etwas wusste? Was?

„Okay, okay, Sie sind sehr witzig.“ Mann versuchte, seiner Stimme einen ironischen Unterton zu geben. „Aber ich hab’ leider keine Ahnung, was Sie von mir wollen. Ich fürchte, Sie haben sich verwählt …“