4.3

„Nun, ich spreche doch wohl mit dem Herrn Harry Mann, der bei Kellings letzter Abendeinladung zugegen war und der nur eine Woche später auch dem Kempinski einen kurzen Besuch abstattete?“

„Sie spinnen …“

„Ich weiß nicht, ob die deutsche Polizei derselben Ansicht sein wird? Im Zweifelsfall könnte ich ja versuchen, mit einigen Details meine Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen. Ich denke da etwa an die Nummer des Fluges, mit dem Sie am Freitagnachmittag aus Hamburg nach Berlin zurückgekehrt sind? Oder an den Schalterbeamten, der im Nachtpostamt am Zoo Ihr Geldpäckchen in Empfang genommen hat?“

„Und?“

„Nun, das Nächstliegende wäre natürlich ein kleiner Anteil. Sagen wir neunzig Prozent?“

Mann atmete durch.

„Keine Angst“, sagte die „Stimme“. „Ich will Ihr Geld nicht. Sie haben es sich verdient, wenn auch nicht gerade redlich. Aber vielleicht wären Sie im Gegenzug bereit, uns einen kleinen Gefallen zu tun?“

Ein seltsames Gefühl der Unwirklichkeit beschlich Mann. Er schwieg.

„Sie müssten“, fuhr die „Stimme“ fort, „dafür eine Reise unternehmen. Auf unsere Kosten selbstverständlich.“

„Wohin?“

„Lassen Sie sich überraschen!“

„Und weiter?“

„Alles Weitere wird sich vor Ort finden. Ihr Ticket erhalten Sie morgen mit der Post. Desgleichen Namen und Adresse des Hotels, in dem wir ein Zimmer für Sie reserviert haben. Ihr Flug geht am Freitag, diesen Freitag. Das ist der neunte. Ich hoffe, Sie sind mit dieser Regelung einverstanden?“

„Wie sollte ich nicht?“

„Es freut mich, dass Sie es so sehen.“

Mann schwieg.

„Ach“, sagte die „Stimme“, „Sie haben doch einen gültigen Pass?“