4.3

„Ja.“

„Hervorragend. Besorgen Sie sich ein Visum für die USA. Ich werde mich morgen Abend wieder melden.“

Harry Mann sagte: „Nein“, als es klickte.

Er saß da, den Hörer in der Hand. Es war nicht wahr, alles war nicht wahr! Er konnte es nicht fassen. Er war fassungslos. Vorsichtig hängte er den Hörer in die Gabel und stellte das Telefon beiseite, auf die abgezogenen Dielen neben dem Sofa. Seine Finger griffen dabei in Staubflocken. Der Boden war schmutzig. Die ganze Wohnung war verdreckt. Er wischte die Flocken, die zwischen seinen Fingern hingen, sorgsam am Seitenteil des Sofas ab.

Niemand konnte das wissen. Niemand.

Er starrte zum Balkonfenster hinaus.

Nichts, was er tun konnte. Niemand, der ihm half. Von einer Falle in die andere gestolpert …

Er stand auf und ging zur Balkontür.

Jetzt mussten Gal und er wieder beginnen, wo sie am Freitag aufgehört hatten. Oder gab es keine Chance mehr, waren sie am Ende? Er fühlte sich leer. Hilflos. Hoffnungslos …

Aber er musste kämpfen. Er musste Gal anrufen. Vielleicht wusste sie, wer diese anonyme „Stimme“ war? Natürlich: Worum es auch ging, es musste mit Kelling zusammenhängen, mit den dubiosen Geschäften von ihm und der Hexter. Gal wusste davon. Wenn er ihr von dem Anruf erzählte, den Tonfall nachmachte, diesen komischen Akzent seines Erpressers, gewiss würde sie dann die „Stimme“ erkennen!

Er ging zu dem Telefon neben dem Sofa.

Nein, er durfte sie nicht anrufen! Das war genau die Sorte Fehler, auf die der unverschämte Hauptkommissar seit Tagen wartete.

Was dann?

Unwillkürlich wollte er sich durch den Bart fahren. Er hatte keinen Bart mehr. Und seine Hände waren schmutzig. Er hatte schmutzige Hände. Er sollte sich damit nicht ins Gesicht greifen.