4.4

Es war vollständig dunkel, als Harry Mann aufstand. Er hatte sich damit abgefunden, ohne recht zu wissen, womit. Er ließ die Jalousien herunter, dann ging er in die Küche und goss sich eine ordentliche Portion Metaxa ein. Er war mit dem Glas in der Hand unterwegs zu seinem Platz auf dem Sofa neben dem Telefon, seiner Wartestellung, als es klingelte, diesmal an der Tür. Leise drehte er sich um, schlich zu der Eingangstür und lugte durch den Spion.

Im Treppenhaus standen zwei zwielichtige Typen. Beide waren seit Tagen unrasiert, beide trugen verwaschene alte Blue Jeans. Den vorderen schätzte Mann auf Anfang Vierzig. Er war blond, tiefbraungebrannt und durchtrainiert und steckte in einer abgeschabten amerikanischen Fliegerjacke, die schon unter Pearl Harbor gelitten haben musste. Der hintere Typ näherte sich wahrscheinlich den Sechzig, obwohl sein hageres bleiches Gesicht mit der hohen Stirn entschieden jünger aussah. Er war spindeldürr, hielt sich leicht gebückt und hatte gewiss die Hälfte seines Lebens an einem Schreibtisch verbracht. Um seine Schultern hing ein viel zu großer dunkelblauer Parka, darunter trug er einen schwarzen Pullover. Er bot das anheimelnde Bild eines Vampirs, dem man den Sarg gekündigt hatte und der nun mit seinem blonden Helfer auf Quartiersuche war.

Mann rastete die Sicherheitskette ein, bevor er öffnete. Er konnte sich nicht erinnern, sie in all den Jahren, die er hier wohnte, jemals benutzt zu haben. Zum Teufel, in was er da hineingeraten war.

„Wir würden uns gerne ein wenig mit Ihnen unterhalten, Herr Mann“, sagte der vordere Typ.

Die beiden waren das ungewöhnlichste Vertreterteam, das ihn je belästigt hatte. Außerdem ging es auf elf Uhr. Späte Nacht, nach allgemeiner Ansicht. Er machte eine Bewegung, den beiden die Tür vor der Nase zuzuschlagen.