4.4

„Das würde ich an Ihrer Stelle nicht tun“, sagte der hintere Typ. Er schob die rechte Hand in die Tasche seines Parkas.

„Kein Grund zur Beunruhigung“, grinste der vordere Typ und klemmte beiläufig den Fuß zwischen die Tür, „wir haben letzte Woche miteinander telefoniert. Mein Name ist kurz, ich heiße Lang. Hauptkommissar Lang.“

Er zog eine Plastikkarte mit Lichtbild aus der Tasche und hielt sie hoch.

Dieser Tag, dachte Harry Mann und fühlte sich plötzlich fast beschwingt, war wirklich nicht sein Tag gewesen.

„Entschuldigen Sie“, sagte er freundlich, „aber Sie beide sehen beim besten Willen nicht sehr vertrauenerweckend aus.“

„Is’ nich’ unsere Absicht“, nuschelte der hintere Typ.

„Das ist mein Kollege Inspektor Magnus“, sagte der Hauptkommissar. „Aber …“ Er machte die übliche Geste zu den Nachbarwohnungen. „Dürfen wir reinkommen?“

„Sicher. Wenn Sie Ihren Fuß aus der Tür nehmen, damit ich die Kette aushaken kann …“

„Aber keinen Scheiß!“ warnte der Vampir.

„Das waren noch Zeiten“, sagte Mann, „als man ohne Tanzschule gar nicht in den Staatsdienst kam.“

Lang zog lächelnd seinen Fuß zurück, und Harry Mann schloss die Tür. Als er die Kette ausgerastet hatte, spielte er einen Sekundenbruchteil mit dem Gedanken, sich einfach wieder in sein Sofa zu schmeißen und die Musik lauter zu drehen. Es würde nichts helfen. Also öffnete er und trat ein Stück zurück, um die beiden vorbeizulassen.

„Nach Ihnen!“ sagte Lang.

Mann zuckte die Schultern und ging voraus ins große Zimmer. Zu seiner eigenen Verwunderung spürte er keinerlei Nervosität. Alle Angst, die ihn seit dem Anruf der unbekannten „Stimme“ gelähmt hatte, war von ihm abgefallen. Die beiden hier waren greifbare Gegner. Und greifbare Gegner ließen sich besiegen. Zumal auf heimischem Terrain.

„Möchten Sie etwas trinken?“ fragte Mann, der immer noch den Metaxa in der Hand hielt.