4.4

„Ich dachte, ich hätte Ihnen schon alle Fragen beantwortet, bei unserem Telefongespräch? Schließlich kannte ich Kelling kaum.“

Lang lächelte ihn geduldig an.

„Und was zum Teufel“, schimpfte Mann, „hat das damit zu tun, wo und mit wem ich gestern Nacht geschlafen habe?“

„Ich wunderte mich schon, wann Sie das fragen würden.“

„Alles der Reihe nach.“ Mann war plötzlich wieder ganz ruhig. Lang, dieser Schleimer, wollte ihn reinlegen. Auf die billige Tour. „Im Gegensatz zu Ihnen“, sagte Mann mit einer Stimme, von der er hoffte, dass sie nach beißendem Spott klang, „bin ich Besuche dieser Art nicht gewohnt. Mir fehlt da noch die werte Routine.“

„Sie haben nichts davon gehört?“ Lang strahlte ihn an, dass es Mann allmählich an sein eigenes Irene-Hexter-Grinsen erinnerte.

„Wovon?“

„Dem Gemetzel im Kempinski?“

„Sehr witzig. Ich weiß wirklich nicht, warum Sie bei jedem Mord als erstes zu mir gelaufen kommen …“

„Weil Sie, Herr Mann, stets mit den Opfern gut bekannt sind.“

„Und die wären diesmal?“

Magnus trat vom Fenster weg und baute sich vor dem Tisch auf. „Wie lange wollen Sie uns noch verarschen?“

„Umgekehrt wird ja wohl ein Schuh draus!“ Mann sprach laut, hart an der Grenze zum Brüllen: „Ich hab’ die Schnauze allmählich gestrichen voll von Ihren Unverschämtheiten. Entweder Sie sagen mir jetzt, was Sie von mir wollen, oder Sie fliegen raus, alle beide.“

„Magnus, wie wär’s, wenn Sie mir die Sache überließen?“ Lang lächelte immer noch geduldig.

Magnus gab ihm keine Antwort und setzte sich mit Leichenbittermiene neben ihn aufs Sofa.