4.4

„Magnus“, sagte Lang mit gespieltem Vorwurf, „wann werden Sie lernen, dass wir in einer Demokratie leben? Das ist ein freies Land, schon einige Jährchen. Lassen Sie den Mann, Pardon, das war keine Absicht“ – er sah Harry Mann entschuldigend an –, „also lassen Sie Herrn Mann doch seine Fragen stellen. Die Antworten wird er ohnehin spätestens übermorgen in allen Zeitungen lesen können.“ Lang lächelte wieder ins Leere. „Frau Kelling war an diesem Abend in der Philharmonie und besuchte anschließend noch eine Freundin. Da es spät wurde, hat sie bei ihr übernachtet.“

Und weil sie kein Geld für ein Taxi hatte, dachte Mann. Gals Voraussicht war bewundernswert.

„Und diese Freundin …“, sagte er langsam.

„Ist eine wichtige Person des öffentlichen Lebens, über jeden Verdacht erhaben …“, sagte Magnus und unternahm den hoffnungslosen Versuch, ironisch zu klingen: „Nun, da wir Ihnen so ausführlich Bericht erstattet haben, könnten Sie vielleicht auch uns ein wenig Auskunft geben …“

„Da hat er nicht ganz unrecht …“, sagte Lang.

„Ich war, wie Sie wissen, in Hamburg, bei einer wichtigen Person des öffentlichen Lebens …“

„Und ihr Freund Wolf Reym kann das bezeugen …“, lächelte Lang.

„Wird er wohl“, sagte Mann.

„Nein, nein, Sie missverstehen mich. Das war keine Frage. Herr Reym hat es bereits bestätigt. Er sagt allerdings auch, dass er den fraglichen Abend über nicht mit Ihnen zusammen war.“

„Ich hab’ ne Sause gemacht.“

„Wenn Sie uns da einen Namen …“ Lang zog ein Notizbuch aus der Klapptasche seiner Fliegerjacke.

„Keine Ahnung. Ich glaube auch nicht, dass die Mädchen sich an alle Kunden erinnern …“