4.4

„Wie leichtsinnig …“ Magnus schüttelte seinen Habichtkopf mit schlecht geheuchelter Besorgnis. „Außerordentlich leichtsinnig. In der gegenwärtigen Situation könnten Sie genauso gut Russisch-Roulett spielen.“

„Ich weiß Ihre Fürsorge zu schätzen“, sagte Mann. „Aber meinen Sie nicht auch, dass Sie das einen Scheißdreck angeht?“

„Sie haben ein Autoritätsproblem, junger Mann!“ sagte Magnus.

„Vor allem hab’ ich noch einen Haufen anderer Probleme und nicht die ganze Nacht Zeit für Sie!“ antwortete Mann und starrte den Parka-Vampir böse an.

„Amh.“ Lang räusperte sich demonstrativ. Er hielt noch immer Kugelschreiber und Notizbuch in der Hand. „Sie sind dann erst am Montag wieder nach Berlin gefahren, sagten Sie vorhin. Gibt es dafür Zeugen?“

„Sicher. Einen Haufen Vopos.“

„Da kann man doch mal sehen“, sagte Magnus, „dass ein geordneter Polizeistaat durchaus auch seine Vorteile bieten kann.“

„Wenn man im Glashaus sitzt …“, murmelte Mann.

„Was wollen Sie damit sagen?“ fragte Langs Partner drohend.

Lang winkte ab. „Vergiss es. Du bist hier nicht beim Staatsschutz.“ Er verstaute sein Notizbuch wieder in der Fliegerjacke und hob mühelos und ohne Einsatz der Hände, wie Mann ein wenig neidisch registrierte, seinen durchtrainierten Körper aus dem durchhängenden Sofa. „Haben Sie in nächster Zeit wieder eine Reise vor?“

Mann schüttelte den Kopf. „Nicht, dass ich wüsste. Aber manchmal ergibt sich ja was ganz plötzlich.“

„Rufen Sie uns in einem solchen Fall bitte rechtzeitig an. Und natürlich auch, wenn Ihnen noch etwas einfällt, das Sie uns jetzt nicht … Sie verstehen.“ Lang griff in die Brusttasche und wühlte eine angeknickte Visitenkarte hervor. „Auf der Rückseite steht eine Nummer, unter der können Sie mich privat erreichen.“