4.4

„Und vergessen Sie’s nicht, auch für den Fall, dass Sie mal wieder eine längere Sause machen wollen. Damit erst gar keine Missverständnisse aufkommen!“ Magnus stand jetzt ebenfalls auf.

„Schade, dass Sie schon verschwinden müssen“, sagte Mann und ging voraus in den Flur.

„Natürlich“, sagte Lang, „Sie hätten gewiss noch stundenlang mit uns plaudern können.“ Er sah Mann in die Augen. „Sie haben in der Tat ein Autoritätsproblem. Aber ich muss Ihnen recht geben, es ist nicht Ihr einziges.“

Er blieb stehen und streckte Mann die Hand hin.

Mann übersah es, machte einen Schritt an ihm vorbei und öffnete die Tür.

„Bis bald“, sagte Magnus.

Mann unterdrückte den Impuls, die Tür ins Schloss zu werfen. Er schloss sie langsam und leise und ging zurück zu seinem Metaxa.

Es war kurz vor Mitternacht, und die vier Zimmer seiner Wohnung standen mal wieder besonders leer. Er überlegte, ob er Kati anrufen sollte. Was konnte er ihr sagen? Sie bitten, zu ihm zu kommen?

Er entschloss sich, es nicht zu tun. Stattdessen nahm er das übliche heiße Bad. Dann hüllte er sich in seinen dunkelblauen Bademantel, ein seidenes Second-Hand-Stück aus den zwanziger Jahren, setzte sich auf das Sofa und kippte noch ein großes Glas von dem goldbraunen Alkoholkonzentrat.

Die Luft war still in der Wohnung, im ganzen Haus so still, dass er meinte, sich selbst denken zu hören. Es waren keine angenehmen Gedanken.

Er stand auf und begann seine Schallplatten zu durchwühlen. In einem Anfall von Kindlichkeit legte er schließlich eine uralte knisternde LP der Monkeys auf – „She’s a beautiful lady, and she’s mine, all mine“.

Gal aber war weder eine Lady noch die seine. Zu dieser Einsicht, fand er, passte hervorragend ein weiterer Metaxa. Irgendwann dann, inmitten der „Shades of Grey“, musste er eingeschlafen sein.