4.5

Sein Frühstück trug er hinüber ins große Zimmer. Dort fiel ihm ein, was er heute morgen vergessen hatte. Er nahm sein Fernglas von der Fensterbank, schloss die Balkontür auf, trat hinaus und begutachtete die Neuigkeiten am Kiosk gegenüber.

„Wineck gibt auf“ schrie die „BZ“. Mann hatte keine Ahnung, wer dieser Wineck war. Das Bild daneben zeigte ein staatsmännisches Dutzendgesicht Ende Vierzig mit vollen Haaren und schmalen Lippen. Die rote Unterzeile: „Spendenaffäre fordert dreizehntes Opfer“ verriet dem Betrachter immerhin, dass er Genaueres gar nicht wissen wollte. „Bild“ zeigte sich da populärer: „Sommer zurück!“ enthüllte ihr schwarzer Titelbalken, allerdings mit der bangen Nachfrage: „Wie lange? – Wetter gibt Rätsel auf“.

Mann ging wieder hinein, trank einen Schluck von seinem Cappuccino und öffnete den Umschlag. Er enthielt ein Flugticket nach Los Angeles via Frankfurt und Boston, Business-Class; tausend Dollar in Fünfziger-Scheinen; die Fotokopie eines Prospekts von „National Car“; zwei aus einem Stadtplan herausgerissene Seiten, auf denen eine Route vom Flughafen LAX zum Sunset Boulevard eingezeichnet war; sowie eine knallbunte Pop-Art-Postkarte von einem gruselig-kitschigen Schlosshotel namens „Chateau Marmont“.

Harry Mann starrte auf den bunten Stapel Papier. Er wusste, dass es ihn erwischt hatte. Zweifelsfrei.

Er biss in das kalte, knallhart und tiefschwarz getoastete Brot, aber er schmeckte nichts. Solange Pechvögel nicht zu den geschützten Arten gehörten, waren Leute wie er von der Ausrottung bedroht.

Bevor der Gedanke vom Stammhirn zu den Lippen gelangt war, verging das Lachen. Aus war es mit dem schönen neuen Leben, für das Kelling und Hexter gestorben waren. Und der Punkie.