4.5

Harry Mann starrte immer noch auf den bunten Stapel Papier. Wie die liebe Anne zu sagen pflegte, morgens im Bett, wenn sie zu faul zum Brötchenholen war: „Der Mann muss raus ins feindliche Leben.“

Nach Los Angeles.

Was hieß eigentlich „Brötchen“ auf Englisch? Wenn der Schrecken Alltag geworden war, musste er mit alltäglichen Mitteln bekämpft werden. Mann stand auf und ging in sein Arbeitszimmer. „Rolls“ behauptete der zuverlässige Herr Langenscheidt.

Genau so, Schritt für Schritt musste er vorgehen. Sonst würde er alles vergessen, durcheinanderbringen. Vollkommen hilflos würde er in Kalifornien sein, ausgeliefert dem Erpresser und seinen unbekannten Forderungen, die so harmlos nicht sein konnten, bei dem Aufwand, den die „Stimme“ betrieb.

Also erst mal frühstücken. Und dabei überlegen, was er mitnehmen sollte. Auf jeden Fall irgend etwas Waffenartiges. Aber unverdächtig musste es wirken. Vielleicht das Set solider Küchenmesser, das Annes Mutter ihnen vor Jahren geschenkt hatte? Es lagerte, noch originalverpackt, in der Speisekammer. Und ein Paar Nylonstrümpfe. Einen Schlagring. Ob man einen Schlagring durch den Zoll schmuggeln konnte? Besser nicht. Dafür das Fernglas. Die kleine Videokamera, die Peter ausrangiert und ihm geschenkt hatte. Pass, Personalausweis, überhaupt Papiere. Welche? Was war, wenn er nie wieder zurückkommen konnte? Seine Zeugnisse? Den Krankenschein? Total verrückt. Führerschein. Da drüben ging doch kein Mensch zu Fuß. Und Tränengasspray kaufen. Aber erst später, nach dem Anruf der „Stimme“, die zu dem Sammelsurium des Umschlags die Gebrauchsanweisung nachliefern musste.