4 Die Stimme eines Herrn

Danebengeraten, dachte Mann. Aber irgendetwas beschäftigte Peter. Er machte nicht den Eindruck, als habe es mit seinen Geschäften zu tun. Eher, tippte Mann, hing diese gedrückte Stimmung mit Gefühlen zusammen, Gefühlen, wie sie Peter allerdings nur sehr selten entwickelte. Sein eigenes Gefühl sagte ihm obendrein, dass sein Freund nicht vorhatte, mit ihm darüber zu sprechen. Er spürte eine eigentümliche Reserve, für die er beim besten Nachdenken keinen Grund entdecken konnte.

Die Blonde kam aus der Küche. Sie trug Blue Jeans, die ihre schmalen Hüften betonten, und eine weite blaue Bluse, die ihren Oberkörper verbarg. Und da war, wie Mann erkannte, als sie hinter der Theke den Pernod eingoss, einiges zu verbergen.

„Also, wie war’s nun? Ist Wolf okay?“ Peter grinste ihn an. „Ich frag’ ja nur, bevor dir die Augen ganz herausfallen.“

„Danke“, sagte Mann, „vor allem für deine Diskretion.“

Die Blonde sah hoch und ihm ins Gesicht. Dann wendete sie sich wieder ab. Wenn er den Blick richtig deutete, war er aber auch nicht im Geringsten ihr Fall. Umgekehrt eigentlich auch nicht, jedenfalls war es ihm ziemlich egal.

„Also, Wolf ist okay“, sagte er. „Hat sich natürlich ein bisschen verändert. Kann nicht ausbleiben bei dem Schicki-Pack, mit dem er da zu tun hat.“

„Wieso Pack?“

„Wieso nicht Pack? Entwickelst du dich neuerdings zum Freund der Reichen und Verderbten?“

„War nie was anderes“, sagte Peter und musterte die Blonde jetzt selbst aus den Augenwinkeln. Zum ersten Mal in dieser intimeren Hinsicht, wie es Mann schien, und recht unkonzentriert und mit unentschiedenem Ergebnis. Allmählich wurde Mann ernsthaft neugierig, was seinen Freund so sehr beschäftigte, dass er darüber sogar seine gewohnheitsmäßige Geilheit vergaß.