4 Die Stimme eines Herrn

„Bin eben der geborene Menschenfreund“, sagte Peter.

„Dann möcht’ ich“, sagte Mann, „die Feinde unserer Spezies nie kennenlernen.“

„Ungemein witzig.“

„Mein’ ich auch. Macht heute Abend richtig Spaß mit dir.“ Mann kippte seinen Pernod und stand auf. „Werd’ mal nach Hause.“

„Sei nicht albern“, sagte Peter. „Haste schon gegessen?“

„Wie denn? Bin direkt vonner Autobahn hierher.“

„Nobel. Komm, ich lad’ dich ein.“

„Wohin?“

„Is’ dir hier nicht fein genug, was?“

„Ich wusste nicht, dass du deinen eigenen Fraß frisst.“

„Ab heute schon. Hab’ auch ‘n’ neuen Koch.“ Er drehte sich um und zeigte auf die Schultafel gegenüber dem Eingang.

Sie war ebenfalls funkelnagelneu, und auf ihr stand mit weißer Kreide in krakeliger Schönschrift geschrieben und doppelt und mit weitem Schwung unterstrichen: Tagesspezialitäten. Darunter eine durchschnittliche Auswahl des in derlei Läden Üblichen: Paté, Salade Niçoise, Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti, Steak Gorgonzola, Wackelpeter mit Vanillesoße.

„Wackelpeter à la Chef, wa?“ Mann grinste.

„Mein Gott“, stöhnte Peter, und seinem gequälten Gesicht war anzusehen, dass er es ziemlich ernst meinte, „versuch bitte nicht, witzig zu sein. Das liegt dir nicht.“ Er rutschte von dem Aluschwinger runter. „Komm, setzen wir uns nach hinten.“

Mann entschied sich für die Pastete und das Geschnetzelte. Peter probierte das Steak. Sie tranken dazu einen roten ‘83er Daõ aus Peters privaten Beständen. Das Essen schmeckte leidlich; stellte man in Rechnung, wo man es aß, sogar gut. Der Daõ hingegen war sensationell.