5.3

Jetzt verstand er, was der Portier wollte. Das Theater hatte er heute schon mal erlebt.

„Oh, I lost it, ahh, them.“

Der Nachtportier musterte ihn misstrauisch. Mann griff, sichtlich beleidigt, in seine Jackettasche und zählte sieben Fünfziger hin. Der Portier machte eine abwehrende Geste, strich das Geld aber ein. Womit sich Harry Manns Barvermögen auf 150 Dollar und ein paar wertlose Euroschecks verringert hatte.

Fünf Minuten später schleppte der Parkwächter seinen Koffer in den Schlafraum der Penthouse-Suite. Mann gab ihm zwei Dollarscheine, die den Empfänger deutlich unbefriedigt ließen.

Auf dem Nachttisch neben dem Bett stand ein Telefon. In Berlin war es jetzt kurz vor zehn Uhr morgens. Ein Anruf aus dem fernsten Amerika, was konnte ungefährlicher sein? Dass er in seiner Wohnung schon eine Weile nicht mehr aufgetaucht war, hatte der Hip-Hauptkommissar sicher längst bemerkt. Mann hob den Hörer ab. Keine Ahnung, wie die internationale Vorwahl war. Er tippte die Null, gab dem Hoteloperator, bei dem es sich vermutlich um den lesenden Portier handelte, die Nummer durch und ließ ihn wählen.

Hinter einem endlos tiefen Rauschen ertönte das Freizeichen, wieder und wieder. Nach einem knappen Dutzend Mal wurde die Leitung weggenommen.

Peter hatte nicht abgehoben. Mann war allein, und er blieb allein. Er begann, sein Gepäck über das Zimmer zu verteilen, und war auf der Suche nach der Minibar, als das Telefon klingelte.

„Freut mich, dass Sie es endlich ins Hotel geschafft haben“, sagte eine deutsche Stimme mit amerikanischem Akzent am anderen Ende der Leitung. Es war die „Stimme“. „Ich fürchtete schon, Sie seien verlorengegangen.“

„Wär’ ich auch beinah.“ Sein eigener Tonfall klang Harry Mann beleidigt in den Ohren. „Und außerdem bin ich pleite.“ Hilflos und trotzig.