5.4

Harry Mann hatte seinen Lebtag noch von keinem Venedig in Kalifornien gehört, und genau das sagte er der „Stimme“.

„Kaufen Sie sich einen Stadtplan, Sie werden ihn noch gebrauchen können. In Venice fahren Sie von der Pacific Avenue in die Rose, Richtung Wasser, und stellen Ihren Wagen auf dem Beach-Parking ab. Von dort sind es nur ein paar Schritte zum ,Treefrog’s-Café‘. Gegen zwei Uhr sollten Sie dort sein. Versuchen Sie einen Tisch draußen zu bekommen, am besten in dem Teil, der in der La Palma Road liegt. Bestellen Sie ,Manicotti‘, warten Sie, bis es serviert wird, und fragen Sie dann nach Bill. Wenn er kommt, richten Sie ihm schöne Grüße aus. Von Susan.“

Die „Stimme“ schwieg. Er tat ihr den Gefallen und fragte: „Und?“

„Und nichts. Alles weitere erfahren Sie dann. Bye, bye, mein Bester.“

Die Leitung war mal wieder tot. Die getrocknete Seife spannte auf seiner Haut. Er ging zurück unter die Dusche und drehte das heiße Wasser weiter auf. Der widerliche, schmierige, spitze Tonfall der „Stimme“ klang in seinem Kopf nach.

„Schöner blauer Kleinwagen“, welch dezente Weise ihm mitzuteilen, dass er beobachtet wurde!

Harry Mann fühlte den tiefen Drang, den Kampf aufzugeben, sich treiben zu lassen. Die Hände, die zu der „Stimme“ gehörten, zogen die Fäden, und seine Glieder bewegten sich brav. Jede Gegenwehr schien aussichtslos. Die dünnen Wasserstrahlen prasselten hart auf seine Haut. In ihm war alles tot. Auch die Geilheit war weg und mit ihr seine Lust am Leben.