5 Im Westen am Rande der Welt

Am „Marriott“-Hotel bogen sie links in den Airport Boulevard. Die Welt bestand nun aus Mietwagenreklamen, die den Horizont verrammelten. Der Bus raste vorbei an dem orangenen Logo, das die Einfahrt zu dem Parkplatz von „Budget“ markierte, weiter hinten leuchteten das Rot von „Avis“ und das Gelb von „Hertz“.

Für Sekunden döste Mann ein.

Dröhnender Lärm, der wie Naturgrollen in die künstliche Kabine des Busses drang, ließ ihn wieder aufschrecken. Er hörte das Triumphgeschrei einer außergalaktischen Sprache. So tief, dass sie den Bus zu rammen schienen, kreuzten die gewaltigen Flügel eines Jumbo den Airport Boulevard.

Harry Mann zweifelte plötzlich, ob es in der Welt dort draußen jenseits der Fensterluken Leben gab. Leben in seinem, im europäischen Sinne jedenfalls.

Hinter der 98. Straße bremste der Bus scharf. Sie rollten in das grüne Service-Reich von „National Car“.

Mit einem leisen, widerwärtigen Zischen öffneten sich die Schiebetüren der Kabine. Warme, feuchte Luft schlug ihm wieder entgegen. Draußen war taghelle Nacht, und am Himmel über LAX wurden die Sterne von Positionslampen verdunkelt.