6 Venice sehen…

In diesen Abzweig bog der Rolls und hielt, halb von den Bäumen verdeckt. Seine Türen öffneten sich. Der Mann trug die beiden braunen Papiertüten im Arm. Er stapfte mit ihnen durch den Sand gen Wasser. Die zwei Frauen folgten ihm.

Langsam ließ Harry Mann den Nova in die Senke hinunterrollen. Weit und breit war kein Mensch zu sehen. Er nahm den rechten Abzweig, fuhr ein Stück weit hinein und parkte in dem Wäldchen, so dass der Wagen zum Highway hin versteckt war. Dann holte er Peters abgelegte Videokamera aus dem Kofferraum und lief zwischen den Bäumen im weiten Bogen zum äußersten Ende des Waldstückes. Dort überquerte er die Fahrbahn. Zwischen ihr und dem Strand lag eine dichte Reihe wild gewachsener Sträucher und Hecken. An ihnen entlang ging Mann den Highway wieder hinauf in Richtung Malibu, aus der er gekommen war.

Nach fünfzig Metern bot sich ein hervorragender Überblick über den tiefer liegenden Strand. Den optischen Mittelpunkt bildete eine Art hellblauer Kabine auf Stelzen mit einem Geländer rund herum, ein Turm der Rettungswacht, die Nummer sechs an dieser Küste, wie ein großes Schild anzeigte. Die Fenster des Ausgucks waren, der Jahreszeit entsprechend, verrammelt. Auch in jeder anderen Hinsicht hatten fürsorgliche Behörden die Bucht vollständig zivilisiert, inklusive verwitterter Sitz- und Barbecue-Ecken, einem Münztelefon, mehrerer metallener Toilettenkabinen und zwei Dutzend grauer Mülltonnen.

Von all dem Luxus machte an diesem Spätsommerabend niemand außer den dreien Gebrauch. Sie hatten den Inhalt der beiden braunen Papiertüten auf einem der Tische ausgebreitet und begannen, von unzähligen Möwen umkreist, zu speisen.

Durch den Sucher der Kamera beobachtete Mann die Familie. Falls ihn jemand sehen sollte, würde ein verrückter Tourist, der eine Einöde filmte, unverdächtiger wirken als eine Person mit Feldstecher. Obwohl man bezweifeln musste, dass in Kalifornien überhaupt irgendeine Verrücktheit auffiel. Hier stachen die wenigen Normalen ins Auge.