6.2

„Nein, das war Zufall. Der Kerl hat mich schon in Berlin ausgefragt über verschiedene Leute, die Kelling kannte. Darunter waren auch die Schlossers.“

„Wer?“

„Du weißt nicht mal, wie die Leute heißen, denen du beim Bumsen zuschaust?“

Er schüttelte den Kopf.

„Also, ich spaziere friedlich durch Venice, um mir ein paar Klamotten zu kaufen“, fing Gal fast fröhlich an zu erzählen, als berichte sie von einem harmlosen Schnäppchen, „und wen sehe ich da vor mir? Maria Schlosser.“

„Das ist die Tochter?“

„Nein, die heißt Ellen. Ihre Mutter hab’ ich gesehen. Na, sage ich mir! Und prompt. Ich folge ihr von der Main Street zu dem weißen Bunker in der La Palma Road. Sie geht rein, und während ich noch das Haus beobachte und überlege, ob ich mal klingeln soll oder besser nicht, kommen die drei wieder raus und stiefeln zum Parkplatz. Ich will unauffällig hinterher, weil, man kann ja nie wissen, und schwupp, die nächste Überraschung: Wer springt direkt vor mir auf von seinem Beobachtungsposten im ,Treefrog’s‘? Bartfrei verkleidet und total blind für alles und jeden außer diesen dreien? Da schöpft man natürlich Verdacht, nicht wahr?“

„Du kennst die Leute aus Deutschland?“

„Du nicht?“ Gal lächelte ihn überlegen an.

„Was soll die blöde Frage?“

„Nun, Schlosser ist immerhin dein zukünftiger Arbeitgeber, da sollte man annehmen …“

„Silberschopf da unten ist der Schlosser? Von ‚Schlosser, Rulow & Co.‘?“

Gal nickte.

„Wie wär’s“, sagte Mann, ärgerlich über seine eigene Begriffsstutzigkeit, „wenn du mit der ganzen Geschichte rausrücken würdest?“

„Später … Jetzt bist erst mal du dran, mir zu erzählen, was dich hierher verschlagen hat!“

„Ladies first!“