6.2

Sie wollte widersprechen, aber sein Gesichtsausdruck ließ sie inne halten. Er hatte nicht vor, sich von ihr verarschen zu lassen. Sie lehnte sich im Fahrersitz zurück und drehte ihren Rücken dabei halb seitwärts zur Tür, so dass sie seine Augen sehen konnte.

„Ich hab’ Schlosser nur zwei-, dreimal auf Partys  getroffen“, sagte sie vorsichtig.

„Was macht er hier?“

„Dasselbe wie in Berlin. Import, Export. Computer. Seine Firma in L.A. heißt ,Westcomp‘.“

„Was für Computer?“

”Woher soll ich das wissen.“ Gal verzog genervt den Mund. „Computer halt.“

„Die Firma gehört ihm allein?“

„Wird wohl. Aber genau weiß ich’s nicht.“

„Und wer ist dieser Rulow?“

„Keine Ahnung. Kelling meinte, den gibt’s schon lange nicht mehr.“

„Bleibt das namenlose ‚& Co.‘, wer versteckt sich dahinter?“

Gal zuckte mit den Achseln. „Laut Kelling gehört die Firma inzwischen Schlosser allein. Und der bedauernswerten Bank, die alles finanziert.“

Mann überlegte, was er noch aus ihr herausbekommen könnte. „Schlossers Vorname?“ fragte er weiter, um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen.

„Fritz. Eigentlich Friedrich, glaub’ ich.“

„Und sonst?“

„Wahrscheinlich reich, der Herr. Die Schätzungen über sein Vermögen schwanken zwischen Null und zwanzig Millionen. Immer noch laut Kelling. Keine Ahnung, was davon stimmt.“

Sie sprach inzwischen von ihrem Mann ganz selbstverständlich wie von einem sehr flüchtigen Bekannten, dem sie vor langer Zeit zum letzten Mal begegnet war.