6.3

„Miet’ uns was Schönes, ja?“

„Du kommst mit rein!“

„Sie sind der Mann, Herr Mann.“

„Nie was von Emanzipation gehört?“

Als sie seinen Blick sah, zog sie den Zündschlüssel ab. „Wenn der Herr alleine Angst hat …“, sagte sie und stieg aus.

Mann entschied sich für die „Emperor Suite“, das Feinste und Teuerste, was das „Malibu Azur“ zu bieten hatte. Sie kostete 210 Dollar und war ein Muss für Hochzeitspaare, wie die alte Frau hinter dem Counter erklärte. Dann händigte sie ihnen mit obszönen Blicken die Schlüssel aus und beschrieb umständlich den Weg.

Um zu den Zimmern zu kommen, musste man den Wagen nehmen. Die Autos stellte man mehr oder weniger vor dem Bett ab, maximaler Fußweg zehn Schritte.

Von außen glich jeder der einstöckigen Bungalows einer Klein-Lagerhalle. Von innen ebenfalls. Die spärlich möblierte „Emperor Suite“ war zwar geräumig, stilistisch jedoch allenfalls das Richtige für entmachtete Potentaten von Operettenfürstentümern. Immerhin nahm das Bett bald die Hälfte der dreißig Quadratmeter ein, und deswegen waren sie schließlich gekommen.

Gal machte einen Satz darauf zu, ließ ihre schwarze Handtasche auf den Boden fallen und warf sich mit Schwung auf die Matratze. Begeistert wippte sie mit dem Hintern. „So wässrig wie ein Wasserbett.“

„Hauptsache, du wirst nicht seekrank.“

„Mach uns was zu trinken, ja?“ Gal zog ihr Hippie-Gewand hoch, spreizte die Beine und kratzte sich an ihrem weißen Slip.

Amerika war ein prüdes Land. Mann schloss schnell die Tür. „Was möchtest du?“

„Weißwein. Aber ich nehme auch ein Bier.“