6.4

Er ging weiter auf dem Ocean Front Walk bis zur Windward Avenue, spazierte links hoch und unter den Arkaden zur Pacific Avenue und auf ihr wieder zurück bis zur La Palma Road. In die autofreie und auch menschenleere Gasse bog er hinunter in Richtung Strand. Zu dem postmodernen Bungalow, in dem sich die Schlossers eingemauert hatten, waren es noch zwei-, dreihundert Meter. Um diese Uhrzeit machte die Gegend bereits einen finsteren Eindruck, und das Messer in Manns Jackettasche übte, wenn es auch nur das zweitkleinste aus dem originalverpackten Geschenk-Set war, das er aus seiner Berliner Speisekammer mitgebracht hatte, auf seine Nerven einen beruhigenden Einfluss aus.

Mann bewegte sich langsam, Schritt für Schritt, und überlegte, was er tun sollte. Seit Gal ihn gestern im „Malibur Azur“ sitzengelassen hatte, fühlte er sich elender denn je. Die Nacht hatte er fast schlaflos in dem Motel verbracht, allein mit dem Schwachsinn, den der Farbfernseher über ihn ergoss, und der irrwitzigen Hoffnung, Gal könnte doch noch zu ihm zurückkehren. Sehr früh am Morgen war er dann zu dem vierstündigen Fußmarsch aufgebrochen, der ihn in die Badebucht zu seinem Mietwagen brachte.

Er wusste jetzt, dass Gal zu denen gehörte, die ihn erpressten. Wahrscheinlich war er ihr von Anfang an auf den Leim gegangen.

Nur änderte dieses Wissen nichts an seiner Lage und daran, wie er sich aus ihr befreien musste. Und es änderte auch nichts an seinen Gefühlen für Gal. Er konnte sich nicht helfen, er liebte sie deswegen keinen Deut weniger. Er sehnte sich nach ihr, und liefe sie ihm jetzt über den Weg, er würde ihr verzeihen und versuchen, sie ins nächste Gebüsch zu zerren.