7 Massaker

Als Harry Mann eine Dreiviertelstunde später den Gang zu seiner Penthouse-Suite im „Chateau Marmont“ hinunter kam, eine Flasche Remy Martin in der Hand und zwei Sixpacks Bier, stand der Servicewagen des Zimmermädchens vor der halboffenen Tür. Mann zögerte einen Augenblick. Nichts konnte er jetzt weniger ertragen als putzendes Gewusel um sich herum. Er wollte allein sein. Er wollte in Ruhe verzweifeln, und er wollte mit sich alleine leiden.

Um die dürre Mexikanerin nicht zu erschrecken, klopfte er an den Türrahmen, und als sie ihm in ihrem geschmacklosen blauen Hänger entgegenkam, bedeutete er ihr, dass sie gehen sollte. Sie wich seinem Blick aus und schien erleichtert. Keine Minute später hatte sie ihre Utensilien zusammengekramt und verließ die Suite.

Mann zog die Gardinen vor, trat sich die Cowboystiefel von den Füßen und hängte sein ausgebeultes bestes Jackett über die Lehne des Schreibtischstuhls. Dann knöpfte er die schwarze 501er Jeans ein Stück weit auf und legte sich in dem sonnigen Halbdunkel mit einer Flasche aus der Sixpack auf das King-Size-Bett. Er hatte „Miller Light“ gekauft; erstens schmeckte ihm dieses wässrige Diätbier am besten und zweitens, wenn sie ihn erwischten, was jeden Tag geschehen konnte, würde er einige Aufmerksamkeit in den Medien finden, und – bei der Vorstellung musste er grinsen – da wollte er keinen Bierbauch vor sich herschieben.