7 Massaker

Dasselbe galt natürlich auch für jede weitere Begegnung mit Gal; wenn er sie je wiedersehen würde.

Harry Mann nuckelte an der Bierflasche und fühlte sich einsam. Er musste mit jemandem sprechen, am besten mit einer Frau. Er brauchte Liebe.

Nach einer Weile entschloss er sich, Kati anzurufen. Der Reisewecker zeigte kurz nach ein Uhr, in Deutschland war es neun Stunden später, eine gute Zeit. Er kramte im Koffer nach seinem Notizbuch. Als Katis Antwortmaschine sich einschaltete, hängte Mann ein. Die Dame war unterwegs, wahrscheinlich saß sie in dem verräucherten holzgetäfelten Schuppen in der Nähe ihrer Wohnung, wo sie beide sich kennengelernt hatten, und ließ sich von den Songs aus den guten alten Sixties berieseln.

Mit jedem Schluck Bier fühlte Harry Mann sich einsamer. Niemand außer Anne fiel ihm ein, den er noch anrufen konnte.

Während er dem Freizeichen lauschte, stellte er sich vor, wie in elftausend Kilometern Entfernung in einer von Fichtenholzmöbeln und Bücherregalen verstellten Wohnung das giftgrüne Posttelefon sein schäbiges antiquiertes Klingeln klingelte. Anne war nie bereit gewesen, für ein besseres Modell mehr Geld auszugeben. Und sie war auch nicht zu Hause.

Harry Mann legte auf, lag still da und betrauerte seine Einsamkeit. Er dachte an die Freunde, die er nicht hatte, an das gute glückliche Leben, das ihm nicht gelingen wollte, und spürte tiefes Selbstmitleid. Alle Gedanken aber führten ihn zu Gal, und alle Gedanken an Gal erregten ihn. Nach der zweiten Flasche Bier schlief er ein, ohne dass er eine Lösung für dieses Problem gefunden hatte.

Als er wieder aufwachte, war es zwanzig nach drei.